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Kunstdieb stahl „Fälschungen“

Bemalte Fensterläden, die fehlen, lassen einen „Hundertwasser-Coup“ vermuten, der gründlich schief gegangen ist.

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Die friedliche Dorfidylle von Roiten im Bezirk Zwettl wird von einem kuriosen Kunstdiebstahl erschüttert. In der Ortschaft herrscht Aufregung und Unverständnis.

Unbekannte Täter haben zwei bemalte Fensterläden von Friedensreich Hundertwassers früherem Sägewerk abmontiert und gestohlen. Falls sie es auf einen echten Hundertwasser abgesehen hatten, sind sie auf eine „Fälschung“ hereingefallen. Ein Freund des verstorbenen Künstlers habe das alte Gebäude im Hundertwasser-Stil verziert, weiß Hermann Neulinger, Obmann des Museumsvereins in Roiten. Er hofft, dass der „Souvenirjäger“ die gestohlenen und für ihn wertlosen Fensterflügel wieder zurückbringt.

Der Kunstdiebstahl dürfte in den vergangenen Tagen begangen worden sein. Neulinger vermutet, dass sich irgendein Wanderer mit dem Verkauf von Hundertwasser-Raritäten das große Geld erhofft. Doch diese Rechnung wird laut Neulinger nicht aufgehen. Eines weiß der Täter nämlich bestimmt nicht. „Die Hahn-Säge hat nicht der berühmte Künstler selbst, sondern nach dessen Tod sein Freund Previn Cherkoori in Gedenken an Hundertwasser bemalt“, erklärt Neulinger, der sich genauso wie sein Vereinskollege Anton Bart über den Kunstdieb ärgert. „Der Täter hat bestimmt angenommen, dass es sich um einen echten Hundertwasser handelt“, betont der Obmann.

Heimat

Für den Verein ist der Vorfall deswegen so ärgerlich, weil die Fensterläden extra für die Wanderer offen stehen, damit sie einen Einblick in das frühere Reich von Hundertwasser bekommen können. Seit dem Jahr 1962 war der bekannte Künstler im Besitz der Hahn-Säge, die er als Atelier und zweite Heimat nutzte. Obmann Neulinger hofft nun, dass der Kunstdieb ein schlechtes Gewissen bekommt und die beiden Läden wieder zurücklegt.

Seine echte Handschrift hat Friedensreich Hundertwasser mitten in Roiten hinterlassen. Er engagierte sich bei der Gründung des Vereins „Dorfmuseum Roiten“ und ließ das ehemalige Kühlhaus nach seinen bekannten, künstlerischen Vorstellungen in ein Dorfmuseum umgestalten.